Killergas Kohlenmonoxyd

Wer denkt, dass Kohlenmonoxyd nur beim Heizen mit einem Ofen oder Kamin ensteht, der irrt. Auch beim Grillen wird unter bestimmten Umständen das gefährliche Gas freigesetzt.

Anfang 2017: Sechs Teenager sterben durch eine Kohlenmonoxyd Vergiftung im unterfränkischen Arnstein. Sie hatten in einer kleinen Gartenhütte eine Party gefeiert. Zunächst ging man davon aus, dass ein defekter oder falsch betriebener Holzofen die Ursache war. Im Laufe der Ermittlungen zeigte sich aber, dass es ein benzinbetriebenes Stromaggregat war. Doch letztlich ist es egal, wie das Kohlenmonoxyd entstand. Und dieser besonders tragische Fall ist nur die Spitze des Eisberges. Eine Kohlenmonoxydvergiftung ist verantwortlich für Hunderte von Todesfällen jährlich allein in Deutschland.

Wie entsteht Kohlenmonoxyd?

Kohlenmonoxyd (chemische Formel: CO) entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Substanzen nicht vollständig verbrennen. Kohlenstoffhaltige Substanzen sind Holz, Öl, Gas oder Kohle. Und damit wird deutlich, warum auch Grillfreunde das Thema nicht außer Acht lassen dürfen. Jedenfalls dann, wenn zum Grillen Holzkohle oder Gas verwendet wird.

Was bedeutet unvollständige Verbrennung?

Gibt es zuwenig Sauerstoffzufuhr bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, dann spricht man von unvollständiger Verbrennung. Es entsteht Kohlenmonoxyd. Dies ist der Fall, wenn in einem geschlossen Raum eine Feuerstätte betrieben wird und die Luftzufuhr, wie auch die Abfuhr, nicht ausreichend ist.

Warum ist es so gefährlich?

Du siehst es nicht, Du riechst es nicht, und Du schmeckst es nicht. Der Tod kommt innerhalb von Minuten, und meist unbemerkt. Das CO wirkt wie ein Blocker, der verhindert, dass der Körper – genauer: das Blut – Sauerstoff aufnehmen kann. Du atmest zwar Sauerstoff wie gewohnt ein, doch der Körper kann nichts mehr damit anfangen. Erste Anzeichen sind Schwindeligkeit, Kopfweh, Husten, oder allgemeines Unwohlsein. Doch oft werden diese Symptome nur als Müdigkeit interpretiert. Das macht das Gas so gefährlich. Wer sich dann hinlegt, für den ist es zu spät. Denn die einzige Hilfe wäre, sofort für frische Luft zu sorgen, oder am besten gleich reinen Sauerstoff. Letztlich ist es ein Erstickungstod, weil der Körper zuwenig Sauerstoff bekommen hat.

Wusstest Du…

… wie vielfältig die Gründe für mangelnden Luftabzug oder schlechte Verbrennung sein können? Normalerweise entweicht Kohlenmonoxyd durch den Kamin. Normalerweise. Also nur, wenn alles korrekt eingestellt ist, die Feuerstätte nicht undicht ist und guten Zug hat. Aber schon ein Vogelnest im Kamin oder starker Wind kann gefährlich werden, wenn dadurch der Abzug behindert wird. Selbst der Betrieb einer Dunstabzugshaube in der Küche bei gleichzeitigem Betrieb eines offenen Kamins kann unter bestimmten Voraussetzungen problematisch sein, wenn die Abgase der Verbrennung regelrecht wieder zurück in den Raum eingesogen werden. Auch ein schlecht gewarteter Heizkessel der Ölheizung kann gefährlich sein. Kohlenmonoxyd ist übrigens auch der Grund, warum Automotoren nicht in einer geschlossenen Garage laufen dürfen.

Vorsicht ist der beste Schutz

Spezielle Kohlenmonoxyd Melder, die bei Gefahr akustische Warnsignale geben, sind durchaus eine Überlegung wert. Dennoch können sie regelmässige Kontrollen von Brennstellen in Wohnräumen durch den Schornsteinfeger und den Heizungsfachmann nicht ersetzen. So läufst Du nicht Gefahr, eine alte oder defekte Anlage zu betreiben. Das gilt auch und gerade bei Gartenlauben oder ähnlichem, wie der tragische Fall aus Arnstein zeigt.

Auf was Du als Grillfan achten mußt

Niemals in geschlossenen Räumen mit offenem Feuer oder gar Kohle grillen! Holzkohle- oder Gasgrills, Räucherofen, Smokergrills und ähnliches haben in geschlossenen Räumen nichts zu suchen. Normalerweise ist dies auch kein Thema, denn Grillen gilt ja als klassisches Outdoor Event schlechthin. Was aber bei Regen, im Winter, oder bei schlechtem Wetter? Offene Pavillons oder überdachte Terrassen helfen gegen Witterungseinflüsse von oben. Und wem es zu kalt ist, dem empfehlen wir einen Heizpilz, oder gleich ein zünftiges Lagerfeuer dazu.

Die Alternativen

Manchmal muss es aber doch drinnen sein! Zum Glück gibt es ja Alternativen. Die einfache Antwort lautet: Alles was elektrisch betrieben wird, kann auch zum Grillen in der Wohnung benutzt werden. Tipp: In unserem Elektrogrill Test haben wir die besten Geräte näher unter die Lupe genommen.

Share.