Insekten essen – Bäh oder Boah?

Die Sonne lockt, auf dem Grill brutzeln saftige Steaks, Würstchen, Heuschrecken und Mehlwürmer. BITTE WAS? Doch, Du hast richtig gelesen! Was den meisten von uns noch exotisch bis eklig vorkommt, ist in anderen Teile der Welt gang und gäbe. Und Experten prophezeien: Insekten essen wird der große nächste Trend.

Insekten essen – nicht wirklich, oder?

Insekten finden sich in Deutschland in der Regel (noch?) nicht auf der Speisekarte. Aber jenseits der Westländer sieht das schon ganz anders aus. Besonders in Asien, Afrika und auch Teilen von Mittel- und Südamerika sind Insekten eine wertvolle Proteinquelle und gehören schon immer zu den typischen Nahrungsmitteln. Auch bei uns in Europa war das so, nämlich im antiken Rom und Griechenland.

OK, wahrscheinlich würdest du dich scheuen, herzhaft in eine gebratene Grille zu beißen. Diese Scheu ist jedoch nur anerzogen. Wir essen doch auch selbstverständlich Muscheln, Schnecken oder Hummer. Warum also keine Insekten essen? Der Schritt zu Würmern, Skorpionen oder Spinnen ist also nicht mehr weit. Was der Mensch als genießbar empfindet, liegt in der Erziehung. Es gibt über 1.400 Insektenarten, die für den Menschen essbar sind. Einige davon schmecken besonders gut. Nur welche?

Insekten sind eine Klasse der Gliederfüßer und machen über 60% aller Tierarten aus. Im Zusammenhang mit Essen tauchen auch Tiere auf, die rein biologisch nicht den Insekten zugeordnet werden, die aber trotzdem hervorragend schmecken. Die für uns etwas ungewöhnliche Auswahl ist also vielfältig: Käfer, Ameisen, Würmer, Raupen, Heuschrecken, Wespen, Maden, Skorpione, ja sogar Spinnen.

Insekten sind gesund, ergiebig und umweltfreundlich

Verglichen mit den gewöhnlichen Fleischsorten in Deutschland, also Huhn, Schwein oder Rind, enthält manches Insektenfleisch (zum Beispiel das der Heuschrecke) proportional gesehen mehr Protein, dafür aber deutlich weniger Fett. Außerdem sind Insekten reich an Vitaminen und Kalzium. Eine gesunde Alternative zum Steak also. Und es wird noch besser: Ganz abgesehen von den ethischen Fragen der Massentierhaltung, braucht die Insektenzucht weniger Nutzflächen, Wasser, Futter und Energie. Und sie verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen. Eine top Ökobilanz also; Insekten essen ist somit im Hinblick auf Überbevölkerung und Ernährungsprobleme eine echte Alternative.

Okay, aber wie nun essen?

Wenn du dich an das Abenteuer Insekten essen heranwagen möchtest, findest du hier einen sanften Einstieg. Du kannst Insekten grillen, braten, marinieren, kochen und vieles mehr. Zwar werden Insekten in vielen Teilen der Welt auch roh verzehrt, aber zur Eingewöhnung bietet es sich an, sie zu verarbeiten. So sehen sie etwas weniger wie Insekten aus, schmecken besonders gut und sind leicht verträglich.

Insekten grillen – Spieße für den Grill

Super zum Grillen geeignet sind Heuschrecken oder Buffalowürmer. Eine leckere Marinade kannst du so herstellen:

  • 5 EL Sojasoße
  • 3 EL Erdnussöl
  • 2 EL Sesamöl
  • gehackter Knoblauch
  • Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack

Die Heuschrecken oder Buffalowürmer marinieren, bei Heuschrecken zuvor die Flügel und Beine entfernen und entsorgen. Anschließend die Insekten auf Spieße aufziehen und mit Gemüse, zum Beispiel Zucchini oder Kirschtomaten, ergänzen. Die Spieße auf dem Grill zubereiten, bis alles schön knusprig ist.

Leckeres für die Bratpfanne

Du brauchst:

  • essbare Grillen
  • Knoblauch
  • Frühlingszwiebeln
  • Rosmarin
  • Öl zum Anbraten
  • Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack

Zunächst die Grillen ohne Öl in der Pfanne rösten, dann beiseite stellen. Anschließend Knoblauch und Frühlingszwiebeln fein hacken und in der Pfanne mit dem Öl erhitzen. Die Grillen hinzugeben und anbraten, dann mit Rosmarin, Salz, Pfeffer etc. würzen. Die fertigen Grillen schmecken lecker mit Gemüse, Kräutern oder als Beilage zum Grillfleisch.

Neugierig geworden? Erste Schritte zum Insektenkoch

In Deutschland ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel noch eine rechtliche Grauzone (Stand August 2017). Man tut sich hier noch schwer mit lebensmittelrechtlichen Regelungen. Zu beachten ist nämlich, dass es auch unter den Insekten giftige Varianten gibt. Zum einen produzieren viele Insekten selbst Gifte zur Abwehr von Fressfeinden, zum anderen können natürlich wie bei anderen Produkten Lebensmittelallergien auftreten.

Da ist die Schweiz ist da schon weiter: Im August 2017 hat dort die COOP als erste Supermarktkette offiziell Insekten in das Lebensmittel Sortiment aufgenommen.

Dennoch ist die Bestellung auch hier möglich. Wer im Internet sucht, der findet. Wenn du aber auf Lebensmittel sensibel reagierst, dann solltest du dich langsam an diese ungewöhnliche Ergänzung zum Speiseplan herantasten.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Insekten essen und guten Appetit!

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