Anzündkamin – praktisch oder überflüssiger Schnickschnack?

Sind die Zeiten mit angestrengtem Pusten oder Wedeln vorbei? Den Eindruck kann man haben. Denn um Holzkohle auf Temperatur zu bringen, greifen immer mehr Grillfans zum Anzündkamin.

Der Anzündkamin ist sozusagen die Schnellstarthilfe für den Holzkohlegrill. Hauptvorteil: Die Wartezeit bis zum eigentlichen Grillen lässt sich deutlich reduzieren.

Vorglühen der anderen Art

Der Anzündkamin besteht aus einem zylindrischen Körper, an dessen Fuß einige Luftlöcher zu finden sind. Zudem verfügt er über einen Einlegeboden für die Holzkohle, einen Hitzeschild und einen Griff. Das Brennmaterial, also die Holzkohle, wird in einen zylinderförmigen Schacht gefüllt und angezündet. Nun kommt es zu einem Kamineffekt. Denn heiße Luft zieht nach oben, gleichzeitig kann von unten Sauerstoff nachströmen. Die Holzkohle ist also schneller auf Betriebstemperatur. Eingefleischte Grillpuristen rümpfen nun die Nase. Ist das nun praktisch oder überflüssiger Schnickschnack? Entscheide selbst!

Die Vorteile

  • Kein Wedeln, kein Pusten
  • Holzkohle schneller heiß
  • Wer geschickt ist, der kommt dank des Kamineffektes auch ohne Grillanzünder aus
  • gleichmäßige Glutentwicklung

Die Nachteile

  • kann nur eine bestimmte Menge an Holzkohle anfeuern. Bei großen Grills muss möglicherweise extra nachgelegt werden
  • Funkenflug beim Umschütten in den Grill

So nutzt Du den Anzündkamin

Zunächst bereitest Du den Grill vor. Reinige den Rost und stelle ihn anschließend beiseite. Dann können die Kohlestücke beziehungsweise die Briketts in der passenden Menge in den Kamin gefüllt werden. Wie viel davon benötigt wird, hängt von der Größe Deines Grills bzw. Anzahl der Gäste ab. Also achte darauf, dass der Anzündkamin auch groß genug ist. In der Mitte des Kamins werden zwei bis drei Grillanzünder platziert. Alternativ auch flüssige Grillanzünder. Papier ist nicht so gut, es verbrennt zu schnell, außerdem erzeugt Papier Asche, die durch die Gegend fliegt.

Jetzt zündest Du das Ganze mit einem Stabfeuerzeug oder einem Streichholz an. Wenn die oberste Lage der Holzkohle einen Ascherand bildet, kannst Du die Kohle in den Grill zu schütten. Pass dabei auf, denn das Teil ist heiß. Fasse den Kamin also unbedingt am Griff an oder schütze dich mit feuerfesten Handschuhen. Achte auch auf Funkenflug beim Einschütten der Kohle in den Holzkohlengrill. Übrigens: Falls Du mit dem Gedanken spielst, einen neuen Holzkohlengrill zu kaufen, dann lies unseren Ratgeber:
>> Test Holzkohle Grill – die besten Modell im Vergleich

Holzkohle oder Briketts – was eignet sich besser für den Anzündkamin?

Eine Frage, die an ungezählten Grillabenden immer wieder diskutiert wird. Also: Holzkohle als loses Schüttgut kannst Du schneller anzünden. Zudem erzeugt lose Holzkohle mehr Hitze. Sie verbrennt aber auch schneller. Briketts dagegen halten länger eine schöne Glut. Der Anzündkamin kann sowohl mit normaler Grillkohle wie auch mit Briketts befüllt werden. Damit es zu dem oben erwähnten Kamineffekt kommt, musst Du nur darauf achten, dass der Luftstrom beim Befüllen nicht eingeschränkt wird.

Kaufratgeber Anzündkamin: Material und Qualität

Anzündkamine aus Edelstahl sind sehr robust und punkten mit einer deutlich längeren Lebensdauer als Stahlblech-Modelle. Letztere sind zwar ebenfalls feuerfest, aber oft sind die Wände etwas dünner, und sie sind auch weniger korrosionsbeständig. Bedenke: Ein Anzündkamin ist starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, wodurch das Material stark beansprucht wird. Willst Du den Anzündkamin auch in einigen Jahren noch verwenden, dann nimm also ein Modell aus Edelstahl. Das Gewicht eines Anzündkamins kann übrigens auch ein Indikator für die Qualität sein. Je schwerer die einzelnen Modelle sind, desto massiver ist das Material. Auch sehr wichtig ist der Griff. Dieser besteht aus Holz oder Kunststoff und schützt vor Verbrennungen.

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